Dieser Blog enthält vornehmlich Fotos, die von mir oder Bekannten in Israel aufgenommen wurden. In geringem Umfang wird auch auf Material verwiesen, das mir aus Israel zugespielt wurde oder ich im Internet aufspürte.
Freitag, 8. Juni 2012
Jerusalem
Den gestrigen Tag verbrachten wir noch am See Genezareth,
heute traten wir unsere Reise durch das Jordantal an Jericho vorbei hinauf nach Jerusalem an.
Wir machen Rast nach Jericho kurz bevor es ins Gebirge hinauf nach Jerusalem geht.
Auch hier treffen wir wieder auf Fahrradfahrer. Dies hat sich in den letzten
fünf bis zehn Jahren enorm verändert. Im letzten Jahrtausend sah man überhaupt
keine Fahrräder, vor vier Jahren waren Fahrräder noch etwas Exotisches, und
heute sieht man sie überall.
Fast überall;ein kleines "gallisches Dorf" im Nordwesten des Landes, Haifa,
leistet noch heftigen Widerstand gegen den Bau von Radwegen, dabei wären sie
gerade dort bitter nötig, da das Fahren auf den steilen Straßen mit dem Autoverkehr
viel zu gefährlich ist.
Wir gedachten nach Jerusalem durch den Tunnel unter dem Skopus-Berg zu fahren, doch
kurz bevor wir den Tunnel erreichen, wird die Ampel rot und die Schanke geht zu.
Wir warten eine Weile, dann kommt aus der Gegenrichtung ein Polizeifahrzeug an,
wendet auf unsere Fahrbahn herüber und fährt in den Tunnel ein. Die Fahrzeuge
vor uns im Bild mußten sich dazu vr uns hinter einander reihen, damit das Polizeifahrzeug
in den Tunnel fahren konnte. Etwa zehn Minuten später ging dann die Schanke wieder
auf und die Ampel schaltete auf grün.
Im Tunnel sahen wir dann in einer Nothaltebucht ein liegen gebliebenes Autos stehen.
Vermutlich war dieses der Auslöser der Tunnelsperrung.
Jerusalem
Wir fahren zum Zionsberg, um dort am Misttor aus dem Bus zu steigen und die Altstadt
von Jerusalem zu Fuß zu durchschreiten.
Beim Misttor verzweigt sich die Straße, ein Teil führt an der Stadtmauer entlang,
ein anderer Teil zweigt links ab, wo die Hahnenschreikirche zu sehen ist.
Früher konnte jeder durch jedes Tor auf das Plateau des Berg Moria gehen. Heute
werden Nicht-Muslime von der Waqf
nur noch zu wenigen und kurzen Zeiten und ausschließlich über diese Brücke auf
das Plateau gelassen.
The World Heritage Committee is poised to discuss the Mughrabi Ascent in the
Old City of Jerusalem. This Ascent is the only entrance for non-Muslims to
the Temple Mount/al-Haram al-Sharif. Attempts are being made to politicize
the issue, but views from the ground and the air clearly demonstrate that
the Ascent is completely outside the Temple Mount/al-Haram al-Sharif plateau
Das Außenministerium des Staates Israel veröffentlichte obiges Video zur
Mugrhrabi-Brücke.
Wir gehen vom Platz vor der Westmauer des herodianischen Tempels durch die El Wad HaGai
und biegen dann links die Aqbat e-Taqiya Ma'alot HaMidrasha hinauf Richtung Beit HaBad ab. El Wad HaGai
und Beit HaBad sind die beiden Cardo-Straßen, die auf das Damaskustor zu laufen.
Die Kuppel gehört zu einem Gebäude, das sich an der Abzweigung eines Verbindungswegs
zur Via Dolorosa, die hier nördlich parallel verläuft, befindet. Wir laufen
jedoch nicht die Treppe hoch den Verbindungsweg entlang, sondern bleiben auf der
Aqbat e-Taqiya Ma'alot HaMidrasha.
In den engen Gassen der Altstadt ist der Transport und die Lagerung von Baumaterial schwierig.
LKW können hier nicht fahren, Hubschrauber kann kein Bauherr bezahlen. Entsprechend
wird das Material in Säcken auf Handkarren transportiert. In den Plastiksäcken
an der Häuserwand in der Aqbat e-Taqiya Ma'alot HaMidrasha ist der Sand für den
Mörtel gestapelt.
Wir biegen von der Beit HaBad in die Saint Helena ein. Diese beiden Läden befindet sich
der Ecke Shuk Hakatsavim Saint Helena. Der schattige Durchgang in der Ecke ist der
Shuk Hakatsavim, welcher in südlicher Richtung in den ausgegrabenen Teil des Cardo
übergeht.
Von der Saint Helena Ecke Muristan eröffnet sich dieser Blick auf die Erlöserkirche.
Die evangelische Erlöserkirche wurde vom deutschen Kaiser Wilhelm gestifet.
Hier gibt es am Abend Bureka, Fladenbrot und andere typisch orientalische Speisen;
italienische Pizza habe ich da nicht gesehen. Jetzt ist jedoch geschlossen, weil
Freitag ist und das Geschäft vielleicht muslimisch; vielleicht will man aber auch
einfach nur rechtzeitig vor Schabat fertig sein.
Wir biegen links ab, die David Street hinab und unten bei der Herren Toilette
biegen wir rechts ab in die Jewish Quarter Street. Links herum ginge es Richtung
Damaskustor.
Die Stände und Buden auf dem Platz gehören zum Lichterfest,
das am 6. Juni begann und noch bis zum 14. Juni dauern wird. Das erfahre ich aber
erst in Laufe der nächsten Tage. Bis dahin kamen mir diese ungewohnten Dinge
zunächst nur dubios vor, bis ich sie dann auch nachts sah und dann verstand, was
es damit auf sich hat.
Im Inneren des Überbauten Teils des byzantinischen Cardo befindet sich dieses Wandgemälde, das
darzustellen versucht, wie es möglicherweise hier früher im sechsten Jahrhundert
ausgesehen haben könnte.
Hier sieht man eine Zisterne, die über einer Stadtmauer aus der Hasmonäer Zeit
errichte wurde. Das Fundament einer Säule oben rechts gehört zum byzantinischen
Cardo. Wir sehen iher demnach ganz unterschiedliche Zeiträume über einander gebaut.
Die Tafel versucht zu erklären, was man auf dem vorigen und nachfolgenden Foto
sieht. Die Skizze auf der Tafel ist genordet, der Cardo selbst verläuft ebenfalls
etwa in Nord/Süd-Richtung. Die beiden Fotos sind somit in Richtung Westen
fotografiert.
Die Gruppe besichtigt die Grabeskirche, ich tue mir dieses baufällige Monstrum
nicht an, sondern gehe die David Street weiter hoch, um dann in die Christan Quarter
Street abzubiegen.
Die Christian Quarter Street stößt auf die Saint Francis. Links herum bergauf geht
es in den griechisch-orthodoxen Teil, recht hinunter zum muslimischen Viertel.
Ich gehe rechts hinunter.
Ich gehe die Saint Francis weiter bis zur Beit HaBad und jene dann rechts herum
bis zur Via Dolorosa, um bei der Grabeskirche wieder auf die Gruppe zu stoßen.
Sollte ich die Gruppe verpassen, ist es auch keine Tragödie, da es ja nicht weit
bis zum Hotel ist und ich ja weiß, daß es in der Nähe vom Rockefeller-Museum
ist. Den Weg dort hin finde ich in der Altstadt allemal.
Ich gehe die Via Dolorosa wieder zurück auf die Beit HaBad und diese dann weiter bis zur
Saint Helena, von welche ich wieder in den Muristan einbiege. Hier sitzt auf verschiedene
Straßencafes verteilt die Gruppe.
Die Zitadelle beim Jaffa-Tor ist auch mit allerlei Utensilien vom Lichterfest
geschmückt. Bei Tag sieht das zwar albern aus, aber bei Nacht macht es dann
schon mehr Eindruck.
Da meine Frau erst am Sonntag zu uns stoßen kann, denn noch hat sie keinen Urlaub,
und dann mit dem Taxi kommen muß und wir nicht wissen, ob das Sammeltaxi bis zum
Hotel fährt, oder sie vielleicht an einer zentralen Taxihaltestelle ablädt, fotografiere
ich mal das Hotel und schicke ihr das Bild per iMessage, damit sie nötigenfalls es
besser findet.
Es ist noch Zeit vor dem Abendessen, um ein paar Bilder vom möglichen Fußweg zum
Hotel aufzunehmen, falls das Sammeltaxi
nicht bis zum Hotel fahren sollte, damit ich diese Bilder meiner Frau schicken
kann. Außerdem läßt sich ja auch vielleicht schon eine erste Aufnahme der Straßenbahn
von Jerusalem machen, die den Eisenbahn-Fans
in YouTube versprochen wurde.
Ich habe gerade noch Glück, denn es ist Vorabend zum Schabat und somit die letzte
Straßenbahn dieses Tages. Kurze Zeit später kommt noch eine zweite, die aber nur
noch ins Depot fährt.
Der Teller zeigt schon fast die ganze Auswahl beim Abendessen im arabischen Hotel
Holyland in Jerusalem. Auch an den Folgeabenden gab es jeweils mehr oder weniger
das gleiche vermutlich sogar das selbe in Form der Reste vom Vortag. Hinsichtlich
des Essens war das Holyland in Jerusalem mit Abstand das schlechteste Hotel dieser
Reise, ansonsten war es ok. Ob sene Lage im verdreckten arabischen Teil Jerusalems
in der Nähe der Altstadt ein Standortvorteil ist, oder ob vielleicht eine Lage im
saubereren Westen der Stadt in der Nähe der Museen ein Standortvorteil wäre, darüber
kann man sich streiten; es kommt auch darauf an, was man machen will.
Nach dem Abendessen stand noch ein Besuch in einer großen Synagoge auf dem Programm,
wo jedoch weder fotografiert noch gefilmt werden durfte, so daß es effektiv
auch nicht stattgefunden hat, schließlich stehen dem nicht verstehenden Dokumentar
keine anderen Dokumentationsmöglichkeiten zur Hand als die Videoaufnahme, denn in Worte
zu fassen, was man, was man schon rein sprachlich nict versteht, kann nicht gelingen.
Was demnach nicht dokumentiert ist, hat auch nicht stattgefunden.
Morgen stehen die von sogenannten Palästinensern besetzten Gebiete und das
Tote Meer auf dem
Programm.