Dieser Blog enthält vornehmlich Fotos, die von mir oder Bekannten in Israel aufgenommen wurden. In geringem Umfang wird auch auf Material verwiesen, das mir aus Israel zugespielt wurde oder ich im Internet aufspürte.
Nachdem das Regenwetter uns gestern unsere Vorhaben im Golan
weitgehend hat ins Wasser fallen lassen, geht es heute mit dem geplanten forstwirtschaftlichen
Einsatz in einem der KKL-Wälder gerade so weiter. Wieder müssen wir kurzfristig das Programm
ändern.
Aber zunächst sind wir noch im Kibbutz Maagan am See Genezareth, wo wir die Nacht
verbrachten und das Frühstück noch auf uns wartet.
Nach dem Besuch von Atlit steht nun
ein KKL-Projekt auf dem Programm. Wir wollen den Garten von Lochamei HaGhetaot,
der teilweise aus Spenden auch einiger Reiseteilnehmer finanziert wurde, offiziell
einweihen.
Jana Marcus vom KKL-JNF Hauptquartier in Jerusalem hält die erste Ansprache zur
Parkeinweihung. Für den Park um die beiden Museen herum, hatte der deutsche KKL-JNF
Spenden gesammelt, und einige der Spender sind auch heute bei der Parkeinweihung
mit dabei.
Im Anschluß an die Park-Einweihung erhalten wir eine exzellente Führung durch das
Museum. Anders als in Yad Vashem, dürfen wir hier fotografieren und filmen. Das Museum
ist sehr viel kleiner als Yad Yashem und beeindruckt auch mit seinem pädagogischen
Konzept des "Zentrum für humanistische Erziehung".
Nach der Besichtugung des Gettokämpfermuseums gehen wir zurück und besichtigen
noch das Yad LaYeled Kindergedenkmuseum. Auch aus diesem Blickwinkel wirkt das
alte Aquäduct nicht gerade vertrauenswürdig.
Die eigentliche Führung beginnt in dem Kuppelraum, der in der Decke dieses bunte
Glasfenster hat. Auch an den Seiten sind kleinere bunte Glasfenster mit Kindermotiven.
Das Yad LaYeled Kindergedenkmuseum ist deutlich größer als seine Entsprechung
in Yad Vashem, da es sich auch an ein anderes Zielpublikum, an die Kinder, richtet.
Anders als Yad Vashem, das dort "nur" gedenken möchte, will man hier in Lochamei HaGhetaot
im Yad LaYeled den Kindern die Welt der Kinder zur Zeit des Holocausts vertraut machen,
weshalb zu den aus Yad Vashem vertrauten Gedenkmomenten auch Alltagsgegenstände wie
Spielsachen usw. im gleichen Kontext gezeigt werden, wohingegen entsprechende
Exponate in Yad Vashem zwar auch vorkommen, dort jedoch räumlich von dem Gedenken
an die ermordeten Kinder getrennt.
Nach dem beeindruckenden Besuch des Ghettokämpfer-Museums in Lochamei HaGhetaot
fuhren wir zurück nach Tel Aviv, um dann nach dem Abendessen noch einmal nach Jaffa
zu fahren, wo ein Theaterstück im "Nalaga’at" Center
auf dem Programm steht.
Nachdem wir den Vormittag in Sderot verbrachten,
fahren wir nun weiter in den Negev. Unterwegs essen wir in einem berühmen Lokal,
in welchem auch schon allerlei Prominez verköstigt worden sein soll. Aber schon
am Abend wissen wir nicht mehr, ob dies in Beer Sheva oder in Dimona war und
die GPS-Ortung in den Fotos ist sich ebenfalls uneins darüber, ob das nun in Beer
Sheva oder Dimona war.
Dimona
Da der Umweg über Dimona, den wir gefahren sind, wahrscheinlich nur dann einen Sinn
ergibt, wenn wir in Dimona gegessen haben, schiebe ich die Bilder, die beim Mittagessen
angeblich in Beer Sheva aufgenommen wurden, zu den Bildern vom Mittagessen, die
in Dimona aufgenommen worden sein wollen, weil mir diese Geoposition glaubwürdiger
erscheint.
Wir besuchen zunächst das Kibbutz Sde Boker, wo David Ben-Gurion in ländlicher
Einfachheit zum Leidwesen seiner Ehefrau, die anderes gwohnt war und dennoch aus
Liebe alles mitmachte, seinen Lebensabend verbrachte und auch Staatsempfänge
abhielt.
Wir fahren mit dem Bus die paar Kilometer hinüber zum Midreshet Ben-Gurion, wo
er und seine Frau begraben liegen und von wo aus man auch einen herrlichen Blick
auf das Wadi Zin hat. Ins Wadi hinab gehen wir heute nicht und fahren auch nicht
mit dem Bus hinunter.
Beine hoch und pofen. Wie kann man nur Israel verschlafen?
Die Baumgruppe hier in der Wüste ist eine Birke, d.h. eine künstliche Vertiefung,
in der sich das wenige Regenwasser sammelt und so die Bäume bewässert. Die Bäume selbst
sind keine Birken, sondern andere Laubbäume, was genau für Bäume es sind, kann
ich auf den Bild nicht erkennen; Ölbäume sind es nicht. Die Anlage von solchen
Birken ist im Negev recht verbreitet.
Auf der Heimfahrt nach Jerusalem sausten einige Skulpturen, Kamele und
Kamel-Verkehrsschilder an uns vorbei. Hier ist die Skulptur sogar noch am Rand
auf dem Bild zu sehen.
Nach dem Abendessen findet im Hotel noch der Abschiedsabend der Gruppe statt, da ja
morgen die Gruppe die Heimreise antritt, nur meine Frau und ich bleiben noch länger.
Wir wollen uns morgen die Montefiore Windmühle
ansehen.
An einem Gebäude war etwas von Neolithikum zu lesen. Vermutlich ist es ein kleines
Museum zu den archäologischen Ausgrabungen im Kibbutz. Wir haben es uns nicht angesehen.
Die Ausgrabung sehen wir auch nicht, nicht einmal von ferne.
Dieter Vieweger, den wir später auf der Reise noch
kennen lernen werden, widmet im Buch Archäologie der Biblischen Welt
den Funden von Scha'ar HaGolan ein ganzes Kapitel. Er erklärt dort die Periode
der Jarmuk-Kultur am Beisiel von Scha'ar HaGolan. Der Yarmuk
ist ein Grenzfluß zwischen Jordanien und Israel. Er mündet in der Nähe des Kibbutz
in den Jordan.
In einem späteren Kapitel des Buches wird das Regionalmuseum vom Kibbutz Scha'ar HaGolan
ausdrücklich hervogehoben als ein Museum mit untrüglichem pädagogischen Sinn.
Vermutlich ist es das unscheinbare Gebäude gewesen, an dem etwas von Neolithikum
zu lesen war. Ein Besuch dieses Museums wäre sicher ein Highlight gewesen.
Man weiß nicht, wo Jesus getauft wurde. Dem Evangelisten war das nicht wichtig.
Da aber Johannes der Täufer als Prediger in der Wüste geschildert wird, nimmt
man an, daß es wohl in der Nähe des Toten Meeres gewesen sein dürfte.
Pilger taten schon immer das, was die Bibel als Götzendienst bezeichnet, sie
halten Orte hoch, wo es der Bibel um die Inhalte geht. So gab es eine traditionelle
Taufstelle am Unterlauf des Jordan in der Nähe des Toten Meeres. Während der
Zeit der jordanischen Besatzung der Westbank jedoch war diese traditionelle
Taufstelle, die genauso wenig authentisch ist wie diese hier, nicht zugänglich,
so daß man Ersatz für die Pilger benötigte.
Diesen Ersatz schuf man am Ausfluß des Jordan aus dem See Genezareth. Hier ist der Jordan
aufgestaut und erscheint deshalb breiter als beim Zufluß. Da er aber kaum Strömung hat,
fließt wesentlich weniger Wasser über den Jordan aus dem See heraus als hinein.
Als wir zum Hotel zurück kamen fuhren Busse weise Leute zum
Grab von Rabbi Meir Ba'al Ha'ness,
das auf dem Nachbargrundstück zum Hotel liegt. Dies weckte mein Interesse und das
meines Zimmergenossen, so daß wir beschlossen uns das anzusehen,
was es da mit dem Grab auf sich habe.
Laut Ruben diensen die merkwürdigen Feuerstellen dem Verbrennen von Kerzenresten.
Mehr wollte er auf unser Nachfragen, was es mit dem Grab und diesem seltsamen
Feuerstellen auf sich habe, nicht verraten, denn ihm war der Rabbi äußerst suspekt.
Wenn man keine Canyons mit Wildwasser hat, betreibt man das Rafting eben, indem
man sich im Gummiboot von einem rasenden Motorboot über den See ziehen läßt.
Wer sich nicht im Hotelpool suhlen will, kann hier am Stand des See Genezarths sich ein
Plätzchen suchen; immerhin für ein Handtuch reicht der Platz ja an diesem Luxusbadestrand.
Umso rätselhafter scheint es mir, warum ausgerechnet dieses Hotel laut offiziellem
Aushang den höchsten Zimmerpreis hat. Es kann sich in nichts mit den beiden Hotels
in Tel Aviv und Haifa messen.