Dieser Blog enthält vornehmlich Fotos, die von mir oder Bekannten in Israel aufgenommen wurden. In geringem Umfang wird auch auf Material verwiesen, das mir aus Israel zugespielt wurde oder ich im Internet aufspürte.
So tief grün es da draußen ist, wir fahren nicht durch den Schwarzwald, sondern
befinden uns im Gebirge Juda auf dem Weg nach Jerusalem.
An der Neigung der vertikalen Linien wie hier z.B. der Bäume kann man erkennen,
daß wir in Richtung des linken Bildrandes fahren, d.h. ich sitze auf der rechten
Seite im Bus. Das iPhone scheint von oben nach unten zu scannen, so daß senkrechte
Linien oben in Fahrtrichtung fallen. Da wir die Autobahn in West-Ost-Richtung
fahren, blicke ich demnach vorwiegend nach Süden.
Wir kommen immer näher an Jerusalem, und je weiter wir diesen Berg hoch fahren,
desto deutlicher erkennt man die Brandschutzwege im Wald, die im Falle eines
Waldbrandes die Ausbreitung im Unterholz stoppen sollen.
Hier sind die Brandschutzwege ganz deutlich zu sehen. Durch Torheit aber auch
durch Brandanschläge kommt es immer wieder zu Waldbränden, was vermutlich auch
der Grund ist, warum der Wald hier mehr aus Gestrüpp als großen Bäumen besteht.
Nach Jerusalem geht es noch höher hinauf. Wer den Schwarzwald und die Baar kennt:
Donaueschingen, das ist so in etwa die Höhenlage von Jerusalem; so weit müssen
wir noch hoch.
Letztes Jahr war ich mit der Straßenbahn gefahren,
jedoch nicht soweit bis hier her in diese Richtung, sondern nur vom Damaskus Tor bis
zur Endhaltestelle in der anderen Richtung, am Herzlberg.
Da heute Schabatbeginn ist, schließen alle Museen wie auch das Davidson-Center sehr früh,
so daß wir njur einen sehr kleinen Bruchteil der vielen neuen Ausgrabungen ansehen
können.
Außerdem wollen noch einige in der Ben Yehuda
shoppen gehen, was ja auch nur bis etwa 15.00 Uhr möglich ist, weil die Geschäfte
schließen.
Den gestrigen Tag verbrachten wir überwiegend in Yad Vashem,
heute kaufen wir zunächst im Mahane Jehuda ein, um dann am Nachmittag ins Israel-Museum
zu gehen. Zum Mahane Jehuda gehen wir zu Fuß.
Ein paar Schritte weiter in der King George Street steht das Talithakumi. Die
Boller im Vordergrund gehören noch zur Ben Jehuda. Links auf dem Moshe Bar'am Square,
wo auch das Bronzepferd steht und sich der Frances L. Hiatt Garden anschließt,
erweckt der gerade in Aufbau befindliche Flohmarkt unsere Aufmerksamkeit.
Wir gehen die King George Street entlang und biegen dann in die Agrippas ab zum
Mahane Jehuda. Dort decken wir uns mit neuem Obst und Satar, Baklava sowie Wasser
ein.
Schwer bepackt fahren wir mit der Straßenbahn zurück ins Hotel.
Auf zum Israel-Museum
Vom Hotel ist es relativ weit bis zum Israel-Museum.
Wir wollen den ganzen Nachmittag dort verbringen und fahren mit der
Straßenbahn bis zur Haltestelle
He-'Haluts; das ist die zweite Haltestelle nach der Harfenbrücke.
Hier gehen wir das Herzlboulevard ein Stück zurück bis zur Sderot Wolfson. Ab der
Sderot Wolfson bis zur Harfenbrücke säumt ein Hotel neben dem anderen das Herzlboulevard.
Wie biegen nach rechts in die Sderot Wolfson ein, die dann in die Derech Ruppin
übergeht und so zum Israel-Museum führt.
Das Haus mit dem Mosaik befindet sich rechts vor der niederen Mauer, nach der
niederen Mauer, sieht man das Wartehäuschen einer Bushaltestelle, an der aber
keine Buslinie angegeben ist. Die Hochhäuser sind Hotels.
Das Hochhaus am linken Bildrand ist das Ramada, die Gebäude rechts sind Regierungsgebäude.
Was das turmartige Hochhaus in der Bildmitte ist, weiß ich nicht.
Der Fußweg parallel zur Fahrbahn der Sderot Wolfson über die Sderot Menachem Begin
ist farblich interessant gestaltet. Bei diesem Blick zurück, sehen wir rechts wieder
das Ramada Hotel.
Rechts geht es die Kaplan entlang ab in den Campus. Wir gehen jedoch geradeaus weite, wo die Straße nun
den Namen wechselt. Ab hier heißt sie Derech Ruppin
Ach hier ist das Bloomfield Museum! Die Gegend hier sah damals im Jahr 1995,
als ich das Museum zum ersten Mal sah, ganz anders aus. Auch 1997, als ich das
Museum besichtigte, sah die Gegend beim Fußmarsch hier her ganz anders aus.
Beim Lösen der Tickets erfahen, wir, daß heute wegen Schabbatbeginn schon um 14.00
Uhr geschlossen wird. Da der Schabbat erst viel spätr beginnt, hatten wir nicht mit
einem so frühen Schluß gerechnet. Alles, was wir schon vor zwei Jahren gesehen haben,
lassen wir weg, auch die Außenanlagen lassen wir weg, soweit wir nicht auf dem Weg ins
Hauptgebäude ohenhin durchlaufen.
Wir müssen in einem anderen Jahr wieder kommen, denn der Schnelldurchgang, auf den
es jetzt hinausläuft, war so nicht geplant. Wir wollten ja eigentlich den ganzen
Nachmittag bleiben bis zur letzten Straßenbahn. Das geht so nun leider nicht.
Wir rennen des Zeitdrucks wegen etwas orientierungslos herum und besuchen die
einzelnen Austellungen nicht in der chronologisch richtigen Reihenfolge. Wir
müssen auf jeden Fall in einem anderen Jahr nochmals kommen und die Ausstellungen
systematisch in der richtigen Reihenfolge ansehen. Der unbeabsichtigt zum Schnellgang
verkommene Besuch von diesem Jahr, kannte uns allenfalls einen Überblick bieten,
was denn überhaupt geboten wird, wobei wir keine Ahnung haben, wieviele weitere Themen
wir gar nicht entdeckt haben.
Nur ganz wenige Fotos sind scharf genug, um die Schrift zu entziffern. Hier also
handelt es sich um Artefakte eines Heiligtums von En Gedi aus dem Chalcolithikum.
An unusual Chalcolithic burial cave was unearthed outside the
village of Peki'in in the Upper Galilee. This narrow, stalactite
cave is 17 m long and 7 m wide and has three different levels.
Though it was robbed in antiquity, it still contained a vast arraybr/>
of finds, including ossuaries decoded with human faces. …
Dieser Stein mit griechischer Inschrift stammt von
Theodotos Synagoge;
er ist auch in dem Artikel von Samuel Krauss als schlechte Fotokopie abgebildet
jedoch eindeutig als der Stein aus obiger Fotografie zu erkennen. Aus dem Artikel von
1921 kann entnommen werden, daß diese Synagoge wohl in Jerusalem stand und aus dem
sechsten Jahrhundert unserer Zeit, also aus der sogenannt talmudischen Zeit, stammt.
Unter dieser Sammlung von Ossuaren befinden sich auch welche mit Inschriften
von Namen wie Josef, Maria, Jesus etc.. Wahrscheinlich habe ich die zugehörigen
Tafeln nicht hinreichend beachtet, denn sonst wüßte ich jetzt, ob diese Ossuare
die berühmten Fälschungen sind, oder ob es sich um andere Ossuare handelt, wobei
es sich bei den Fälschungen lediglich um Fälschungen der Inschriften zwecks Steigerung
des Verkaufserlöses, nicht aber um gefälschte Ossuare handelt.
Vermutlich ist das geöffnete Ossuar ohne Deckel rechts vorne das berühmte Ossuar,
von welchem Dieter Vieweger in seinem Buch
Archäologie der biblischen Welt
in Kapitel 11.2.2 berichtet. Wir begegnen jedenfalls immer wieder Dingen, die in
diesem Buch erzählt oder zumindest erwähnt sind.
Wir sind jetzt eindeutig bei den Römern angekommen. Dies ist der berühmte Stein
aus Caesarea Maritima, auf dem außerhalb biblischer und sich darauf beziehende Quellen
von Pilatus die Rede ist. In Caesarea finden wir heute nur noch Replikate dieses Steins,
das Original ist hier im Israel-Museum.
Die Mosaiken befinden sich in der Nähe des Replikats der Synagoge von Hirbet Susyã,
welche in Dieter Viewegers Buch
Archäologie der biblischen Welt
in Kapitel 11.2.4 abgebildet ist. Wir sind hier in der byzantinischen Zeit.
Von hier aus gelangt man in einen völlig anderen Themenbereich. Dies ist leider
die einzige nicht völlig verwackelte Aufnahme im Themenbereich "Schlafen".
Es schließen sich mehrere rekonstruierte Synagogen an. Teilweise sind sie aus aller
Herren Länder im Original hier ins Museum verfrachtet worden, da es an ihrem
jeweiligen Herkunftsort keine jüdische Gemeinde mehr gibt, die sie erhalten könnte,
so daß das Abtragen und der Wiederaufbau im Israel-Museum noch der beste Weg war,
um dieses Kulturerbe einerseits zu erhalten und andererseits einem großen, staunenden
Publikum zu präsentieren.
Zedek-ve-Shalom Synagogue (18th century), recently restored from the
once-vibrant Jewish community of Suriname and displayed as an integral
component of the new Synagogue Route, featuring three other complete
synagogues from Germany, Italy, and India and including important ritual
objects of 17th and 18th-century Dutch heritage from the same community.
Das Video des Israel-Museums präsentiert die Zedek-ve-Shalom Synagogue aus Surinam,
die hier im Israel-Museum wieder aufgebaut wurde. Zu sehen ist unter anderem eine
Szene aus dem letzten Gottesdienst 1992 in der Synagoge an ihrem angestammten Ort,
sowie das Abtragen und der Wiederaufbau hier im Museum.
Das Video kannte ich schon vor dem heutigen Besuch des Museums, umso wichtiger
war es mir daher auch, diese Synagoge hier im Museum zu sehen.
Das nächste Mal planen wir den Museumsbesuch besser, damit wir nicht von einer
unerwartet kurzen Öffnungszeit an der hinreichenden Würdigung der Exponate
gehindert werden.
Ähnlich wie für Yad Vashem, sollte man für das Israel-Museum einen ganzen Tag
vorsehen, um alles sehen zu können. Die ungewollt kurzen zweieinhalb Stunden
reichen nur für einen groben Überblick, um das nächste Mal wesentlich mehr Zeit in
dieses hochinteressante Museum zu investieren.
Wir gehen den gleichen Weg zurück, den wir gekommen waren. Die Kaplan links hinunter
und dann gleich wieder die erste Straße links das Tal hinab gelangt man zum Eingang
des Botanischen Gartens. Von diesem gibt es zahlreiche Videos von mir aus früheren
Jahren. Dieses Jahr gehen wir nicht hin, wir könne ihn ja auch noch bei der nächsten
Jerusalem-Reise gemeinsam besichtigen.
Gegenüber vom Israel-Museum liegt das Bibel Lands Museum.
Auch dieses Museum ist bei Dieter Vieweger erwähnt. Wir sparen es uns für eine
der nächsten Israel-Reisen auf.
Mit der Straßenbahn fahren wir zurück. Wir nehmen Platz in der ersten Reihe, so daß
ich durch das Cockpit hindurch die Einfahrt auf die Harfenbrücke fotografieren kann.